Hörzentrum Hofmann
Amalienstr. 5 - 76133 Karlsruhe
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Was ist Tinnitus?

Tinnitus das ist ein Summen, Klingen, Pfeifen oder Zischen im Ohr, welches in der Umgangssprache auch „Ohrgeräusch“ genannt wird. In Deutschland haben ungefähr 8 Millionen Bundesbürger schon einmal Tinnitus erlebt, z.B. nach einem Konzertbesuch. Es handelt sich dabei in vielen Fällen um eine gestörte Filterfunktion des Gehirns.
Rund 2 Millionen Menschen leiden unter ihrem Tinnitus. Besonders Lärm und Stress sind mögliche Ursachen des Tinnitus. Die Beschwerden können dauerhaft sein oder in Abständen immer wieder auftreten

Tinnitus-Retraining-Therapie

Hoffnung bei chronischem Tinnitus

Die Tinnitus- und Retraining-Therapie ist eine vielversprechende Behandlung bei chronischem Tinnitus (Dauer: länger als 3 Monate). Sie wurde von Jastreboff und Hazell entwickelt und stammt aus England und den USA.

Im Gegensatz zu früheren Methoden berücksichtigt das Retraining-Therapie-Modell intensiver die Physiologie des gesamten Hörsystems. Zuvor wurde immer das Innenohr als generelle Ursache für den Tinnitus gewertet. Doch dem Innenohr fällt nur die Aufgabe der Schallaufnahme und Reizweiterleitung (Modulation) zu. Der Mensch hört mit dem Ohr, aber versteht mit seinem Gehirn.

Die zentralen Hörbahnen sowie die akustischen Zentren sind mit dem limbischen System, der Gefühlswelt, verbunden. Im gesamten Hörsystem wird der Sinneseindruck geformt, bis er dann im primären Hörzentrum bewusst wahrgenommen wird. Das Ganze funktioniert wie ein Filter, der akustische Signale aus dem Innenohr verarbeitet. Dadurch nimmt der Mensch nur ca. 30% der tatsächlichen Geräusche bewusst wahr. Die Tinnitus- und Retraining-Therapie legt zugrunde, dass diese Filterfunktion im Falle eines Tinnitus gestört ist. Der Tinnitus wird immer dann wahrgenommen und zur „Krankheit“, wenn die hemmenden Systeme geschädigt sind und nicht mehr hundertprozentig funktionieren.

Die Behandlung ist aus drei Gliedern zusammengesetzt, die nur in der Summe Erfolg versprechen: Der medizinischen Behandlung durch den HNO-Facharzt, der psychologischen Betreuung durch einen Psychotherapeuten oder Psychologen und der apparativen Versorgung durch einen Hörgeräte-Akustiker mit sogenannten Tinnitus-Maskern oder -Noisern.

Der Psychologe

Der Patient wird mit Hilfe des Psychologen lernen, die Bedeutung seines Tinnitus realistisch zu bewerten und soll versuchen, seine Gedanken und seine ganze Aufmerksamkeit auf die Themen zu lenken, die er beeinflussen kann.

Durch diese „kognitiven Umstrukturierung“ nehmen Ängste, Ärger und andere negative Gefühle ab, und die Problematik des Tinnitus tritt immer mehr in den Hintergrund.

Der HNO-Facharzt

Der HNO-Facharzt nutzt seine vielfältigen Möglichkeiten einer Tinnitus- und Hörtherapie mit individuellen CDs, die dem Patienten als Übungsprogramme mitgegeben werden. So begleitet, berät und therapiert er den Tinnitus-Patienten in regelmäßigen HNO-Sitzungen während des gesamten Therapieverlaufs.

Der Hörgeräte-Akustiker

Der Hörgeräte-Akustiker passt dem Patienten Rauschgeräte (Noiser oder Masker) oder Hörgeräte an, die die akustische Aufmerksamkeit vom Ohrgeräusch weglenken. Dadurch wird die Übersensibilität des Gehirns gegenüber neuralen Hörimpulsen sowohl bei internen Geräuschen (Tinnitus) als auch bei externen Fremdgeräuschen (Hyperakusis) reduziert.

Erst wenn alle drei Behandlungskomponenten zusammen angewendet werden, kann es zum Erfolg kommen.

Der regelmäßige Austausch über die neuesten Technologien und die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen dem Psychologen, dem HNO-Facharzt und dem Hörgeräte-Akustiker bedeuten eine sinnvolle Ergänzung der einzelnen Behandlungskomponenten. Gemeinsame Teambesprechungen mit dem Tinnitus-Betroffenen führen daher zu einem optimalen Therapieerfolg.

Was bringt die Tinnitus- und Retraining-Therapie wirklich?

Untersuchungsergebnisse aus England, der British Tinnitus Association, zeigen, dass bereits nach zwölfmonatiger Behandlung mit der Tinnitus- und Retraining-Therapie 80% der Patienten den Tinnitus nicht mehr als störend empfinden und sogar 20% der Betroffenen ihre Ohrgeräusche gar nicht mehr wahrnehmen.

Ein beachtlicher Erfolg gegen Tinnitus, wenn man bedenkt, dass bisher kein tatsächlich wirksames Medikament entwickelt wurde. Nur wenige Beruhigungsmittel und Antidepressiva haben bei der Behandlung der Symptome Erfolg. Akupunktur und andere Alternativen helfen selten. Zu operativen Eingriffen wird nicht mehr geraten. Hörtraining, Entspannungstraining wie Qi Gong, Yoga oder Muskelrelaxation nach Jacobson, Stressabbau und psychologische Techniken sind daher hilfreicher. Außerdem ist in den meisten Fällen die Anpassung von Rauschgeräten (Noisern/Maskern) angebracht.

Liegt ein Hörverlust vor, ist die Anpassung von Hörgeräten ratsam, auch zur Linderung des Tinnitus, denn die durch Hörgeräte verstärkten Umweltgeräusche bieten den Hörbahnen viele Informationen und können das Tinnitusgeräusch teilweise oder sogar ganz verdecken.



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